Südsudan: Erneute Flüchtlingswelle aus umkämpften Grenzregionen?

05.01.2012

Zehntausende Menschen sind erneut auf der Flucht in den umkämpften Grenzregionen zwischen dem Sudan und Südsudan.

In einer Presseaussendung sprach Valerie Amos, die UN-Nothilfekoordinatorin / Koordinatorin für humanitäre Hilfseinsätze der Vereinten Nationen, von den besorgniserregenden Warnzeichen unter den Vertriebenen aus Südkordofan. Berichten zufolge steigt die Ernährungsunsicherheit und die Mangelernährung unter den Flüchtlingen.

Ein Brennpunkt ist Südkordofan, wo seit Juni heftige Kämpfe zwischen den Sudanese Armed Forces (SAF) und Verbänden der Sudan People's Liberation Movement – North (SPLM – N) stattfinden. Geschätzte 200.000 Menschen sind bislang vor den Kämpfen geflohen.

Seit dem 9. Juli 2011 ist der Südsudan ein eigenständiger Staat – ein historischer Meilenstein nach jahrzehntelangem Bürgerkrieg. Von Frieden und Stabilität ist das Land jedoch noch weit entfernt. Noch immer bestehen viele offene Fragen und Unstimmigkeiten zwischen dem Staat im Norden und dem neu gegründeten Südsudan, vor allem zum Status bestimmter Grenzregionen.

Schätzungen gehen davon aus, dass infolge des Krieges bis zur 4 Millionen Menschen auf der Flucht waren. Die Spuren sind noch deutlich. Es mangelt an allem: Trinkwasser, Nahrungsmittel und Basisdienste reichen für die jetzige Bevölkerung kaum aus. Zudem kommen die vielen Rückkehrenden und jetzt auch Flüchtlinge aus dem Sudan.

Viele der Vertriebenen aus Südkordofan finden Zuflucht bei verwandten oder bekannten Familien, die ihr Haus und ihre wenigen Ressourcen mit ihnen teilen. Doch diese haben selbst kaum genug zum Leben und sind mit der Versorgung der Flüchtlinge überfordert. Daher ist Unterstützung für die Vertriebenen dringend notwendig.

So hilft die Diakonie Katastrophenhilfe in Südsudan

Die Diakonie Katastrophenhilfe plant Verteilungen von Hilfsgütern im Raum Juba in Südsudan. Die Hilfspakete, die die Grundbedürfnisse von 150 Flüchtlingsfamilien kurzfristig abdecken sollen, werden von der Partnerorganisation Episcopal Church of Sudan (ECS) verteilt. Die begünstigen Familien werden Grundnahrungsmittel, einschließlich Maismehl, Reis, Bohnen, Speiseöl, Zucker und Salz erhalten. Außerdem erhält jede Flüchtlingsfamilie ein Zelt oder eine Plastikplane, die es ihr ermöglicht, eine Notunterkunft zu errichten, sowie eine Decke pro Familie.

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Südsudan: In vielen Teilen des Landes herrscht Unsicherheit ©Christoph Püschner / DKH