Niger: Konflikt im Sahel Region droht die Hungerkrise zu verschärfen

19.03.2012

Wegen Unruhen in Mali sind viele Menschen aus der Konfliktzone auf der Flucht; mehrere Flüchtlinge haben die Grenze nach Niger bereits überquert

Vielen davon sind in Tillaberri, einer Region, in der Nahrungsmittelknappheit bereits ausgeprägt ist, angekommen. Nach Angaben der Regierung von Niger hat fast die Hälfte der einheimischen Bevölkerung nicht ausreichend zu essen und es herrscht ein akuter Getreidemangel.

Der Konflikt in Mali ist Anfang 2012 zwischen Tuareg-Rebellen und der malischen Armee entstanden. Er ist die Fortsetzung eines jahrelangen Streits mit Rebellen, die eine autonome Region im Norden des Landes schaffen wollen. Wie die Regierung mit der Krise umgegangen ist, wurde kritisiert; Proteste diesbezüglich fanden in der malischen Hauptstadt statt.

Aufgrund von Dürre und Nahrungsmittelknappheit in der Sahelzone, hat Niger keine ausreichenden Ressourcen, um zusätzlich Flüchtlinge zu ernähren. Derzeit erlebt die gesamte Region eine akute Nahrungsmittelunsicherheit. Anhaltende Dürre führte zu schlechten Ernten im Tschad, Niger, Burkina Faso, Mauretanien und sogar die Ernten in Mali selbst sind laut dem Globalen Informations- und Frühwarnsystem der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (Global Information and Early Warning System of the Food and Agriculture Organisation of the United Nations - FAO GIEWS) um rund 11 Prozent zurückgegangen.

Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM), kehrten MigrationsarbeiterInnen zu Tausenden nach Niger oder Tschad als Folge des Krieges in Libyen zurück. Der Verlust von finanzieller Unterstützung aus dem Ausland und die Notwendigkeit, noch mehr Menschen zu ernähren belasten die ohnehin begrenzten Ressourcen von Gemeinden, die bereits unter Ernährungsstress leiden. Darüber hinaus könnten Unruhen und Instabilität in den benachbarten Ländern wie Nigeria, die Zentralafrikanische Republik oder Mali dazu beitragen, eine ohnehin schlechte Situation zu verschlimmern.

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Niger: Frauen verkaufen Reis auf dem Markt ©Irmin Eitel / Brot für die Welt